Beim Berufsfeuerwehrtag am 17. und 18. Oktober hat die Jugendfeuerwehr Tettnang 24 Stunden im Feuerwehrhaus in der Wangener Straße verbracht. Sechsmal rückten die Jugendlichen zu Übungseinsätzen aus, dazwischen standen Ausbildung und gemeinsames Kochen auf dem Programm.
Den Berufsfeuerwehrtag gibt es seit mehr als zehn Jahren, meist findet er alle zwei Jahre statt. Die Jugendlichen sollen dabei erleben, wie der Dienst auf einer Wache der Berufsfeuerwehr abläuft. Für jede Übung war eine Abteilung der Feuerwehr Tettnang zuständig, die sich das Szenario ausgedacht hatte und vor Ort betreute. Zehn Betreuerinnen und Betreuer der Jugendfeuerwehr waren die ganze Zeit dabei.
Richtig gefordert waren die Jugendlichen bei der Suche nach einem Waldarbeiter, der unter einem Baum eingeklemmt war. Wo genau er lag, wusste niemand, und nicht jeder Waldweg ist für ein Löschgruppenfahrzeug befahrbar. Die Mannschaft musste deshalb erst den richtigen Weg und dann die Unfallstelle finden. Dort hoben die Jugendlichen den Stamm mit Hebekissen an und befreiten den Verunglückten.
Beim Vegetationsbrand in schwer erreichbarem Gelände drehte sich dagegen alles um die Wasserversorgung. Das Wasser kam aus einem Löschwasserbehälter. Bis zur Brandstelle verlegten die Jugendlichen eine lange Schlauchleitung und löschten schließlich mit mehreren C-Rohren.
Nicht alltäglich für eine Jugendfeuerwehr war die Gefahrgutübung. Aus zwei leckgeschlagenen Fässern lief flüssiger Blattdünger aus, natürlich nur simuliert. Die Trupps gingen in Schutzanzügen und mit Übungs-Atemschutz vor, der speziell für Jugendfeuerwehren hergestellt wird. Sie fingen die Flüssigkeit auf, dichteten einen nahen Kanaleinlauf ab und verschlossen die Lecks mit Moosgummimatten und Zurrgurten.
Nach einer angenommenen Verpuffung durchsuchten die Jugendlichen eine Reithalle, die mit Übungsnebel verraucht war, nach einer vermissten Person. Mit Feuerwehrlaufkarten und Wärmebildkamera gingen sie außerdem einem Alarm der Brandmeldeanlage nach, der sich als Täuschungsalarm herausstellte. Dazu kam eine Ölspur.
„Im Einsatz weiß man vorher nie, was einen erwartet“, sagt Anna Mahle, stellvertretende Jugendwartin. „Beim Berufsfeuerwehrtag erleben die Jugendlichen genau das und merken, dass sie es nur gemeinsam schaffen.“
Zwischen den Übungen stellten die Maschinisten die Fahrzeuge vor, außerdem gab es eine Schaumkunde und eine Handwerkseinheit. Dort nagelten, schraubten, bohrten, sägten und schliffen die Jugendlichen unter Anleitung. Mittagessen und Frühstück bereiteten sie gemeinsam zu, und nach jeder Übung machten sie Fahrzeuge und Geräte wieder einsatzbereit. Am Sonntagvormittag endete der Berufsfeuerwehrtag mit Aufräumen und einer gemeinsamen Abschlussbesprechung.
Die Jugendfeuerwehr dankt allen Abteilungen der Feuerwehr Tettnang für die Zeit und Arbeit, die sie in die Übungen gesteckt haben.
Alle Informationen zum Mitmachen gibt es auf der Seite der Jugendfeuerwehr.